Bundesweiter Protest gegen steigende Mieten und Verdrängung

Erstmals wird am 10. November in mehreren Großstädten zeitgleich gegen den Mietenwahnsinn demonstriert. Gemeinsam mit dem Bündnis Keine Rendite mit der Miete und der Ini Kotti & Co aus Berlin und dem Netzwerk Recht auf Stadt aus Freiburg hat das Hamburger Bündnis Mietenwahnsinn stoppen eine gemeinsame Presseerklärung verfasst. Wir präsentieren euch im Folgenden alle Informationen zu den Demonstrationen und stellen euch Kampagnen und Initiativen aus anderen Städten der Bundesrepublik vor, die sich gegen den Mietenwahnsinn zur Wehr setzen.

Erneute Hausbesetzung in Hamburg

Am 7. November wurde in Hamburg erneut ein Haus symbolisch besetzt: Gegen Mittag drangen AktivistInnen in das seit Jahren leerstehende und dem Verfall überlassene Grindelhochhaus in der Oberstraße 14 a-c ein, um auf steigende Mieten und Verdrängung aufmerksam zu machen. Noch vor dem Eintreffen der Polizei entschwanden die AktivistInnen. Vor dem Gebäude protestiert danach etwa 30 UnterstützerInnen gegen den Mietenwahnsinn in der Hansestadt. Ein längere Bericht findet sich beim AStA der Uni Hamburg ...

Hausbesetzung in Hamburg-Horn durch Polizei beendet

Am 3. November wurde in Hamburg-Horn die seit Jahren leerstehende Villa Behnke (Horner Landstraße 369) am Nachmittag besetzt. Das Gebäude gehört der SAGA und ist somit in städtischer Hand.Die Polizei rückte mit mehreren Hundertschaften und Wasserwerfern an und räumt gegen Abend das Gebäude, vor dem sich etwa 150 UnterstützerInnen versammelt hatten.

Erfolg: SPD plant Bundesrats-Initiative zur Deckelung der Neuvermietungspreise

Seit über einem Jahr kämpft das Bündnis "Mietenwahnsinn stoppen" für bezahlbaren Wohnraum und die Einführung einer Mietobergrenze. Für den Herbst kündigt das Bündnis weitere Demonstrationen und einen Aktionstag am 27. Oktober an. Nur wenige Tage nach dem Auftakt der Kampagne macht die SPD einen Schritt auf die Bewegung zu und verspricht eine Bundesrats-Initiative zur Deckelung der Neuvermietungspreise. Ein erster Teilerfolg!

Pressespiegel: Kampagne "Schlaflos in Hamburg? Mietenwahnsinn stoppen!"

Wir dokumentieren im Folgenden die Presseartikel, Videoberichte und Fotos zur Kampagne "Schlaflos in Hamburg? Mietenwahnsinn stoppen!" und einen Bericht zum Aktionstag "Suchst du noch oder wohnst du schon?" am 27. Oktober ...

Bitter aber wahr: In Hamburg stehen 970.000 m² Bürofläche leer!

Vor nun mehr drei Jahren zog am 23. Oktober 2010 ein Demonstrationszug mit mehreren tausend TeilnehmerInnen vom Uni-Campus zu dem fast komplett leerstehenden Astra-Turm auf St. Pauli um gegen den massiven (Büro-)Leerstand zu protestieren und bezahlbaren Wohnraum einzufordern. Am 10. Oktober 2012 veröffentlichte das Abendblatt Berechnungen von Grossmann & Berger, die deutlich machen, dass sich die Situation nur unwesentlich verbessert hat: "Danach stehen noch 970.000 m² Bürofläche leer."

Demonstration: Mietenwahnsinn stoppen!

Hachmannplatz, HBF

Am 10. November fand in Hamburg eine große Demonstration gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung statt. Initiativen aus dem Netzwerk "Recht auf Stadt" und das Bündnis "Mietenwahnsinn stoppen" haben einen Aufruf für den Aktionstag und die Demonstration im Rahmen der Kampagne "Schlaflos in Hamburg! Mietenwahnsinn stoppen!".

Presseberichte: Tagesschau / ZDF Heute / Mopo / NDR / Welt / Welt 2 / Süddeutsche / Hamburger Abendblatt / Focus / Deutschlandradio / RTL / Indymedia / Indymedia 2 / Taz Berlin / Badische Zeitung

Lokale Bündnisse: Mietenwahnsinn stoppen (Hamburg) / Demo-Bündnis Stadt der Zukunft (Berlin) / Recht auf Stadt Freiburg

Pressemitteilung der drei Bündnisse

Aktion: Protest gegen Mietenwahnsinn auf St. Pauli

Mit einer spektakulären Aktion haben AktivistInnen der Ini "S.O.S. St. Pauli" am 14. September auf die Situation in dem Niebuhr Hochhaus (Reeperbahn 157) auf St. Pauli aufmerksam gemacht. In weiße Overalls gekleidet versammelten sich die AktivistInnen um 11 Uhr vor dem Haus. Während der Bürgersteig mit Absperrband gesichert wurde, quoll allmählich immer mehr Rauch aus dem Hauseingang. Inmitten der Nebelschwaden tauchte eine große "Gifttonne" auf und per Megafon wurde die Passanten über die Asbestbelastung im Gebäude informiert (taz berichtet). Bei aller Ironie, hinter der Aktion steckt bitterer ernst. Denn bei der Umwandlung einiger Mietwohnungen in Eigentum wurde nachweislich Asbest freigesetzt (vgl. taz vom 26.10.2011).

"Alles was dumm und scheiße ist, findet hier statt" (Rocko Schamoni)

Am Wochenende (17.-19.8.) lud das Schwabinggrad Ballett zur politischen Versammlung und Diskussion auf den „Platz der unbilligen Lösungen“ in Park Fiction. Der Kontrast hätte kaum größer seien können. Während Hunderte den öffentlichen Park auf St. Pauli okkupierten, mit AktivistInnen aus Griechenland, Spanien und Italien debattierten und die warmen Spätsommerabende genossen, präsentierte die Stadt Hamburg im Hafen ein gigantisches Spektakel mit Kreuzfahrtschiffen, Radrennen und der nächtlichen Illumination „Blue Port“. Doch am Rand von Park Fiction regte sich auch Widerstand gegen die Vermarktung.

Protest gegen steigende Mieten und Verdrängung in Berlin

In Berlin kommt es in den letzten Wochen vermehrt zu Protesten gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung. Im beschaulichen Berlin-Pankow halten SeniorInnen ihren Freizeittreff seit Anfang Juli besetzt, um dessen Erhalt durchzusetzen. Und mitten in der Stadt, am Kottbusser Tor in Kreuzberg, haben MieterInnen Ende Mai über Nacht ein Protestcamp - ihr Gecekondu - aufgeschlagen. Sie wollen verhindern, dass der Mietenwahnsinn weiter seine Blüten treibt!

Über 500 AnwohnerInnen protestieren gegen den Mietenwahnsinn in St. Georg

Mindestens 500 AnwohnerInnen haben heute (6. Juni) dem Hamburger Schietwetter getrotzt und sich an der Stadtteil-Demonstration in St. Georg gegen Spekulation und Mietenwahnsinn beteiligt. Anlass für die Empörung ist die 200%ige Mieterhöhung (von 1.400 auf 4.100 Euro), die der Buchhandlung Wohlers zum Jahresende das Genick brechen wird. Dabei handelt es keineswegs um einen Einzelfall. Seit gut zehn Jahren verschärft sich in St. Georg der Mietenwahnsinn. Zuletzt mussten der Kräuterladen wegen einer Verdreifachung der Mietforderungen Ende Juni schließen. Auch der Spielzeug- und Modelleisenbahnladen Schellhaß musste weichen. Doch der Protest geht weiter: Bereits diesen Samstag findet in St. Georg der Stadtteilumzug des Einwohnervereins St. Georg statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr beim DGB-Haus, Ecke Repsoldstraße.

Berichte von der Demonstration gibt es in der Mopo, taz, junge Welt und dem Abendblatt, Videos beim NDR und Hamburg 1.

Euromayday gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung auf St. Pauli

Am 1. Mai haben sich etwa 2.500 TeilnehmerInnen dem Euromayday angeschlossen. Das Bündnis "Mietenwahnsinn stoppen" hatte zusammen mit der Initiative Esso Häuser und SOS St. Pauli zu einem eigenen Block unter dem Motto "Stadtplanung von unten, statt Abriss und Verdrängung" aufgerufen. Zahlreiche TeilnehmerInnen des Euromaydays schlossen sich dem "Mieten-Block" an, der mit Wimpeln und Luftballons für klein und groß auch nach außen für Sichtbarkeit sorgte.

Protest-Fahrrad-Tour durch Hamburg! Widerstand gegen Investoren auf St. Pauli geht weiter

Etwa 70 RadlerInnen sind gestern dem Aufruf der Initiative SOS St. Pauli gefolgt und haben sich dem spontanen "Bike-Flash" angeschlossen. Die Radtour führte von St. Pauli durch`s beschauliche Rotherbaum, vorbei an der Firmenzentrale des Investors Köhler und von Bargen und der Hamburger Niederlassung der Bayerischen Hausbau und weiter in die Innenstadt bis vor das Bezirksamt Mitte, wo die Bezirksversammlungum 17 Uhr tagen sollte ...

Studie: Mietenwahnsinn geht weiter - 11,34 Euro/qm bei Neuvermietungen!

Seit Jahren leisten SchülerInnen des Gymnasiums Ohmoor wichtige Arbeit, in dem sie die Wohnungsinseraten aus dem Abendblatt und dem Internet auswerten und so die Preise bei Neuvermietungen ermitteln. Ihr Studie verdeutlicht, dass auch im vergangenen Jahr die Mietpreise weiter angestiegen sind, wenn auch "nur" um 1,2 Prozent. Der Mittelwert liegt derzeit bei 11,34 Euro pro Quadratmeter! Schuld an dieser Entwicklung ist auch der Senat, der keine soziale Wende in der Wohnungsbaupolitik anstrebt, sondern Baugenehmigungen für teure Eigentumswohnungen als Erfolg feiert. Die rokordverdächtigen Mietpreise in Hamburg verdeutlichen: Was wir brauchen, ist eine Mietobergrenze!

Gastbeitrag: Falsche Prioritäten in der Wohnungspolitik

Wir dokumentieren im Folgenden den äußerst lesenswerten Text „Falsche Prioritäten in der Wohnungspolitik“, den Micha Joho für den aktuellen BürgerInnenbrief von Heike Sudmann und Tim Golke verfasst hat. Mit dem BürgerInnenbrief informieren die AbgeordnetInnen von DIE LINKE in regelmäßigen Abständen über das Parlamentsgeschehen sowie die politischen Auseinandersetzungen in der Stadt. Der Text liefert eine fundierte und kritische Auseinandersetzung mit der Wohnungsbaupolitik des Hamburger Senats ...

Den Investoren das Geschäft vermiesen

Die taz berichtet am 20.3.2012, dass der Immobilien-Markt in Deutschland stark wachse und zunehmend große Investoren in deutsche Immobilien investieren. Grundlage für die Attraktivität solcher Investments ist zum einen die Erwartung, die Objekte bald mit Gewinn weiterveräußern zu können, zum anderen die Erwartung steigender Renditen über steigende Mieteinnahmen.

Mit dem einfachen Mittel einer Höchstmiete bei Neuvermietungen ließe sich die Attraktivität als Anlageobjekt stark mindern und die prognostizierte starke Preissteigerung stoppen.

Deshalb: Mietenstopp!

Abriss der Bayerischen Hausbau in letzter Minute verhindert! Hamburger Initiativen zu Gast in München!

Bericht der Aktion und Überblick über die Presseberichterstattung ... Am Montag dem 5. März 2012 haben Hamburger AktivistInnen aus der Initiative ESSO-Häuser und dem Bündnis ‚Mietenwahnsinn stoppen’ das Praktische mit dem Notwendigen verbunden und vor dem Gastspiel des FC St. Pauli bei den Münchener Löwen vor dem Sitz der Bayerischen Hausbau in Form einer kreativen Protestaktion ihrer Wut über den angekündigten Abriss der Esso-Häuser Ausdruck verliehen.

Detaillierte Chronik zum Abriss bei SOS-St.Pauli erschienen

Die Initiative SOS-St.Pauli hat eine detaillierte Chronik der Ereignisse erstellt. Diese findet ihr hier:
http://www.sos-stpauli.de/chronologie-einsturz-und-illegaler-abriss-eines-denkmalgeschutzen-hauses/

Zomia zieht in die Schanze

Herzlichen Glückwunsch an den Bauwagenplatz Zomia. Dieser zieht nun zunächst befristet in das Schanzenviertel auf die sog. Brammer-Fläche. Kämpfen lohnt sich!

Mehr unter: http://zomia.blogsport.eu/

Aktuelles aus St.Pauli

Für die Investoren und den Bezirk scheint der Einsturz des Altbaus in der Bernhard-Nocht-Straße vom Tisch. Es wird weiter gebaut und der Bezirk wagt in seiner Stellungnahme nicht mal leise Kritik an den Investoren. Bitter... +++ Ende 2011 haben die rund 300 TeilnehmerInnen der 1. Stadtteilversammlung SOS St. Pauli ein 12-Punkte-Programm für St. Pauli beschlossen, das auch online unterzeichnet werden kann! +++ Für Anfang März ist ein Aktionstag in Planung!