Das Zustandekommen des Mietenspiegels ist ein Skandal!

Für die Bündnisdemonstration "Mietenwahnsinn stoppen - Wohnraum vergesellschaften" gibt es neben dem gemeinsamen Bündnisaufruf mehrere Aufrufe von Gruppen aus dem Bündnis. Hier ist der der AG-Mieten im Netzwerk Recht auf Stadt

 

Es ist in Hamburg gesetzlich vorgeschrieben, dass ein qualifizierter Mietenspiegel alle vier Jahre neu zu erstellen und alle zwei Jahre „der Marktentwicklung anzupassen“ ist – erarbeitet von sog. „Experten“ und uns als „sozial schützend“ verkauft!
Ende dieses Jahres erscheint wieder ein neu erstellter Mietenspiegel, der den Wohnungseigentümer_innen die juristische Begründung verleiht, die Mieten wieder zu erhöhen - eine Spirale immer weiter nach oben.  Auch die SAGA-GWG mischt da kräftig mit und ist sogar mietpreistreibend!
Wussten sie schon, wie sich der MIETENSPIEGEL zusammensetzt?
Alle 4 Jahre wird eine Repräsentativ-Befragung bei ca. 10.000 Mieter_innen und Vermieter_innen durchgeführt. Deren Angaben gehen ein in die Berechnung der Mietenentwicklung.
Aber nur die Mieten werden bemessen, die sich in den vergangenen 4 Jahren verändert haben – also die, die in dieser Zeit erhöht wurden - ebenso wie Neuvermietungen. Mietsenkungen werden berücksichtigt, wirken sich jedoch wegen der absoluten Seltenheit nicht aus.
Aber: Bestandsmieten, die sich in den letzten 4 Jahren nicht verändert haben - und das sind nicht wenige - gehen NICHT in die Berechnung mit ein, ebenso keine Sozialwohnungen!
Zusätzlichen Einfluss auf den Mietenspiegel haben: Verdichtung, Grünflächenanteil, ÖPNV-Anbindung, Lärmbelastung, Verkehrsbelastung – und:
Gebietsstatus
Der überwiegende Faktor, der im sog. Gebietsstatus steckt, sind die Grundstückspreise. Diese richten sich nach Angebot und Nachfrage des Grund und Bodens. Hier spielen dann auch neue teure Eigentumswohnungen oder Konzernansiedlungen (wie z.B. IKEA in Altona) eine große Rolle.  Absurd: Zusätzlich erhöht wird ein Gebietsstatus dadurch, dass in einem Viertel viele Menschen mit „guter“ Bildung wohnen – senkend wirken sich dagegen viele Kinder in der Umgebung aus!
Wohnlage
Entscheidend für die Einstufung der Wohnlage („gut“ oder „normal“) ist der sogenannte Bodenrichtwert. Der Bodenrichtwert steigt, wenn z.B. ein Viertel „in“ wird und die Nachfrage wächst. Durch die erhöhte Nachfrage steigen auch die Mieten und Eigentumswohnungspreise – und damit auch der Wert der Grundstücke (siehe Gebietsstatus).
Wenn der Bodenrichtwert ein bestimmtes Maß überschreitet, wird aus der „normalen“ automatisch eine „gute“ Wohnlage mit entsprechenden Mietpreissteigerungen!
Für eine 50 qm Wohnung zahlt man dann plötzlich 50 bis 110 Euro mehr im Monat für: Nichts!
- Spekulative Bodenrichtwerte haben im Mietenspiegel nichts zu suchen!
- Das Zustandekommen des Mietenspiegels muss transparent gemacht werden – keine „Experten“-Küngeleien hinter verschlossenen Türen!
- Der Mietenspiegel muss wieder zu dem werden, wozu er ursprünglich gedacht war: zum Schutz der Mieter_innen gegen ausufernde Wuchermieten!
 

AG‐Mieten im Netzwerk Recht auf Stadt
http://agmieten.wordpress.com/