Protest gegen steigende Mieten und Verdrängung in Berlin

  • Protest vor dem SeniorInnen-Treff ... (Foto: mietenwahnsinn.de)
  • ... in Berlin-Pankow. (Foto: mietenwahnsinn.de)
  • "Wir gehen hier nicht freiwillig raus", lautet die Devise. (Foto: mietenwahnsinn.de)
  • Am Kotti kämpfen MieterInnen gegen steigende Mieten ... (Foto: mietenwahnsinn.de)
  • ... mit einem Gecekondu vor ihren Häusern. (Foto: mietenwahnsinn.de)

In Berlin kommt es in den letzten Wochen vermehrt zu Protesten gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung. Im beschaulichen Berlin-Pankow halten SeniorInnen ihren Freizeittreff seit Anfang Juli besetzt, um dessen Erhalt durchzusetzen. Und mitten in der Stadt, am Kottbusser Tor in Kreuzberg, haben MieterInnen Ende Mai über Nacht ein Protestcamp - ihr Gecekondu - aufgeschlagen. Sie wollen verhindern, dass der Mietenwahnsinn weiter seine Blüten treibt!

Die SenorInnen in Pankow sind inzwischen längst die gefeierten "Stars" der bundesdeutschen BesetzerInnen-Szene in den Medien. "Das gab es wohl noch nie, dass Menschen in unserem Alter mal ein Haus besetzt haben", erläutert eine der SeniorInnen, als ein Aktivist aus dem Bündnis "Mietenwahnsinn stoppen" am Wochenende bei ihnen vorbeischaut. Fünf Frauen und ein Mann haben sich inzwischen dauerhaft in dem Haus eingerichtet. Sie freuen sich über die enorme Solidarität und breite Unterstützung: "Es ist schön zu sehen, dass sich auch die jungen Leute für unser Anliegen interessieren." Im Eingangsberich liegt ein Gästebuch, UnterstützerInnen aus unterschiedlichsten Kreisen haben dort einen "Soli-Gruß" hinterlassen. "Liselotte-Meyer wäre stolz auf euch", hat einer ins Buch geschrieben. Das stimmt, denn in einem Punkt sind sich die AktivistInnen einig: "Wir gehen nicht freiwillig hier raus." Die Begegnungsstätte "Stille Straße" sollte bereits zum Juli geschlossen werden. Die Sanierung sei zu teuer und natürlich würde ein Verkauf der Immobilie im Ostberliner Villenviertel Geld in die klammen Kassen des Bezirks spülen. Doch die etwa 300 NutzerInnen des Treffs mit einem breiten Kursangebot wehren sich gegen die Verdrängung und werden wohl auch durchhalten, wie dinzwischen auch das Neue Deutschland berichtet: "Wir ziehen das durch! Notfalls bis August, bis zur nächsten Bezirksverordnetenversammlung!" (ND: "Bei Räumung Gysi anrufen")

 

Etwas weniger in der medialen Öffentlichkeit steht derzeit das Protestcamp der MieterInnen am Kottbusser Tor in Kreuzberg. Die Mietergemeinschaft vom südlichen Teil des "Kotti" besteht seit 2011. Immer mehr Nachbarn verließen die Häuser, die der privaten Unternehmen Hermes und GSW gehören. Seit über 30 Jahren zahlt die Stadt Subventionen, um bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Doch jedes Jahr steigen die Miete, da die Stadt sich aus den Subventionen zurückzieht. Inzwischen können viele die Mieten nicht mehr bezahlen. Nun kommt auch in Berlin die Forderung nach einer Höchstmiete von vier Euro auf: "Sofortige Wiedereinführung einer Kappungsgrenze für die „problematischen Großraumsiedlungen“ bei 4 Euro/netto kalt!" Die Selbstorganisierung der MieterInnen am Kotti gibt Hoffnung im Kampf gegen den Mietenwahnsinn!

Wir wünschen die AktivistInnen in Berlin alles Gute für ihre Kämpfe!

Mietenwahnsinn stoppen - Wohnraum vergesellschaften!