Macht mit: Ferienwohnungen zu Mietwohnungen!

  • Aus Wohnraum, wird Ferienwohnung: 71 qm für 110 Euro/Nacht
  • Das "echte" Hamburg erleben ... Broschüre der Hamburg Marketing

Längst nicht mehr nur in Berlin, sondern inzwischen auch in Hamburg lässt sich feststellen, dass Wohnungen in zunehmenden Maße als Ferienwohnungen genutzt werden, wie das Abendblatt berichtet. Die Gründe sind offensichtlich: Die Nachfrage ist hoch, es lässt sich leicht viel Geld verdienen und nebenbei werden kurzer Hand die Mietrechte ausgehebelt. Immerhin: Rechtlich ist die Nutzung von Wohnraum zu gewerblichen Zwecken in Hamburg nicht zulässig. Da aber die Behörden bislang tatenlos der Zweckentfremdung von Wohnraum zusahen, hat der Hamburger Mieterverein 'Mieter helfen Mietern' (MHM) die Kampagne "Ferienwohnungen zu Mietwohnungen!" gestartet. Die Kampagne richtet sich nicht gegen Wohnungstausch zwischen Mietern während der Ferien oder die Untervermietung während eines Auslandsaufenthalts, sondern zielt allein auf die dauerhafte Nutzung als Ferienwohnung. Meldet MHM Ferienwohnungen die ihr kennt, helft mit, damit die Wohnraum wieder Wohnzwecken zugeführt wird!

Das Abendblatt berichtet am 7.12. ausführlich vüber die Kampagne unter den Titeln "Mein Nachbar, der Tourist" und "Der große Betrug mit Ferienwohnungen". Am 2. Januar 2012 erschien zudem in der taz hamburg ein Artikel unter dem Titel "Wohnungsnot: Touristen verdrängen Mieter". Hier der Aufruf von 'Mieter helfen Mietern':

"Machen Sie mit bei der MHM-Umfrage Ferienwohnungen zu Mietwohnungen!

Ein neues Phänomen ist seit kurzem Thema in der Beratung von MhM. Mieter berichten in zunehmenden Maße, dass in der Nachbarwohnung plötzlich wechselnde Feriengäste wohnen, die nachts gern Party machen und morgens das Haus mit Rollkoffern verlassen. Nicht nur Lärm und die unterschiedlichen Schlafenszeiten von Mietern und Touristen sind dabei ein Problem. Durch die dauerhafte Umwidmung einer Wohnung als Ferienwohnung geht diese dem Hamburger Mietwohnungsmarkt verloren, und steht Wohnungssuchenden nicht mehr zur Verfügung. Ein Ärgernis, das dazu noch verboten ist. Denn laut Hamburger Wohnraumschutzgesetz ist es in Zeiten gefährdeter Wohnraumversorgung verboten, Wohnraum im Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg anderen als Wohnzwecken zuzuführen. Als Zweckentfremdung gilt insbesondere die Überlassung der Wohnung an wechselnde Nutzer zum Zwecke des nicht auf Dauer angelegten Gebrauchs.

Unterstützen Sie unsere Aktion!
Mietwohnungen werden dem Wohnungsmarkt entzogen, weil Vermieter mit der tage-, wochen- oder monatsweisen Vermietung an Touristen noch mehr Geld verdienen können als mit den ohnehin teuren Mieten. MhM wíll das Ausmaß dieses unschönen Trends feststellen und bekämpfen. Dabei ist jedoch nicht der Wohnungstausch zwischen Mietern während der Ferien gemeint oder die Untervermietung während eines Auslandsaufenthalts, sondern allein die dauerhafte Nutzung als Ferienwohnung. Melden Sie uns solche Wohnungen. MhM wird diese Wohnungen bei den bezirklichen Abteilungen Wohnraumschutz melden. Diese Abteilungen haben die Möglichkeit nach § 12 Hamburgisches Wohnraumschutzgesetz, den Vermieter zu verpflichten, die Wohnung wieder Wohnzwecken zuzuführen."