Aktion: Recht auf Stadt unterwegs mit der U4

  • Foto: mietenwahnsinn.de
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Etwa 25 AktivistInnen aus dem Netzwerk "Recht auf Stadt" haben sich am Samstag, dem 8. Dezember, an einer Protestfahrt mit der neuen U4 beteiligt. Ausgestattet mit Musikanlage, Masken und Pappschildern begaben sich die AktivistInnen gegen Mittag auf eine Reise entlang Hamburgs teuerster Kurzstrecke und protestierten damit gegen die fehlgelaufene Stadtentwicklungspolitik.

Mit einem SPD-Plakat aus dem Bürgerschaftswahlkampf 1974 erinnerten die AktivistInnen daran, dass die ursprünglichen Planungen für die U4 eine Anbindung des Osdorfer Borns vorsahen. Doch während etwa 10.000 Menschen in Osdorf und gar 20.000 BewohnerInnen von Steilshoop seit Jahrzehnten auf einen Bahnanschluss warten, wird für Hamburgs jüngsten Stadtteil ein Anschluss in Rekordzeit gefunden. 326 Millionen Euro ("68,6 Millionen mehr als im Jahr 2005 geplant") hat der Bau der etwa 4.000 Meter langen Strecke bis zur "Hafencity Universität" verschlungen. Eine Endhaltestelle, die bislang weder eine City noch ein Universität vorweisen kann, dafür aber den vielleicht am besten angeschlossenen Sandberg Hamburgs ...

Gemeinsam bestaunten die AktivistInnen den stadtplanerischen Irrsinn und informierten mit Lautsprecherdurchsagen die weiteren U4-TestfahrerInnen. Unter dem Motto "Dor geiht 'n Tog na narms hen ..." hatten die TeilnehmerInnen die Reise angetreten. Das Motto erwies sich als traurige Realität. Die Bahn endet im trostlosen Nirgendwo der vielleicht irgendwann mal fertig gestellten Hafencity. Bis dahin kann die U-Bahn-Anbindung wohl nur als Ausflugsziel für Touristen dienen, die einmal die Hafencity-Baustellen besichtigen möchten.

Zum Abschluss der kleinen, aber feinen Protestaktion mit viel Humor, legten die die AktivistInnen schließlich an Ort und Stelle den Grundstein für die fehlenden U-Bahn-Stationen u.a. in Bramfeld, dem Osdorfer Born und Steilshoop.