Aktion: Monaco eröffnet Honorarkonsulat im Karoviertel

  • Vor dem alten Schulgebäude | Foto: mietenwahnsinn.de
  • Auf dem Weg ... | Foto: mietenwahnsinn.de
  • Unterwegs durch`s Viertel | Foto: mietenwahnsinn.de
  • Feierliche Eröffnung | Foto: mietenwahnsinn.de

Heute Mittag haben AktivistInnen aus dem Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen“ im Hamburger Karolinenviertel mit einer kreativen Protestaktion feierlich das neue Honorarkonsulat von Monaco eröffnet. Die AktivistInnen wollten mit der Aktion auf ein extremes Beispiel des Hamburg Mietenwahnsinns aufmerksam machen und auf die Demonstration gegen Mietenwahnsinn am 10. November (13 Uhr Hachmannplatz/HBF) in Hamburg hinweisen.

Seit etwa zwei Wochen steht im Karolinenviertel in der Flora-Neumann-Straße 3 die ehemalige Volksschule leer. Die Gründerzeitschule befindet sich in hervorragenden Zustand und könnte kurzfristig als Wohnunterkunft genutzt werden. Doch stattdessen plant der Senat offensichtlich den Verkauf des Gebäudes an die Werbeagentur Jung von Matt. Es klingt verrückt, entspricht allerdings der Realität: Seit diesem Sommer repräsentiert Holger Jung, Mitbegründer der Werbeagentur, nach Angaben des Abendblatts als Honorarkonsul das Fürstentum Monaco für die norddeutschen Bundesländer. Sein Amtssitz liegt nach Auskunft des Auswärtigen Amtes im Gebäude der Agentur Jung von Matt in der Glashüttenstr. 79.

Die Befürchtung der AnwohnerInnen, dass die Gründerzeitschule künftig als repräsentativer Amtssitz für internationale Staatsbesuche dienen könnte, sollte sich bereits heute bewahrheiten: Eine Delegation mit etwa 15 "VertreterInnen des Fürstentums" zogen gegen Mittag vor das Gebäude und eröffneten dort unter lautem Jubel den neuen Sitz des Honorarkonsulates. "Die Berber müssen raus, aus dem Karoviertel, das Fürstentum Monaco bringt nun Glanz, Prunk und Würde. Das hebt die Stimmung, ja da kommt Freude auf", sangen die VertreterInnen und skandierten "Wohnraum, Wohnraum aus der Traum, die Werber brauchen Büroraum."

Die Menschen im Karoviertel brauchen allerdings kein Honararkonsulat von Monaco und auch keine weiteren Büroflächen. Für sie gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder entsteht in der Flora-Neumann-Straße ein Stadtteilzentrum für die BewohnerInnen - verwaltet durch die MieterInnengenossenschaft Karolinenviertel. Oder der SPD-Senat macht endlich bezahlbaren Wohnraum möglich. AnwohnerInnen haben bereits Interesse angemeldet, das Gebäude als Wohnprojekt zu übernehmen. Die Fraktion DIE LINKE hat zudem eine Kleine Anfrage an den Senat gestellt, um die Eigentums- und Besitzverhältnisse offen zu legen.

Mit der Aktion wollten AktivistInnen aus dem Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen“ im Vorfeld der Demonstration am 10. November auf ein herausragendes Beispiel des Hamburger Mietenwahnsinns aufmerksam machen: Während die Menschen in der Stadt hängeringend nach bezahlbaren Wohnraum suchen, droht mitten im Stadtzentrum die Umwandlung einer Schule, die der Freien und Hansestadt Hamburg gehört, zu weiteren Büroräumen.